saß ein Wesen zaubergleich,
geformt aus hellem Sternenstaub,
umgeben von einem Blumenmeer,
leicht sich im Winde wiegend,
glühende, kleine goldene Funken
in sattem Grün.
Als langsam die Sonne den Horizont küsste,
erschien unter dem Baume,
eine Schattengestalt, eine dunkle Kreatur,
zerfressene, wabernder Schwaden
samtiger Sternennacht,
eine finstere Hand,
zur Sternengestalt ausgesteckt.
Da zersprang der Körper des Sternenwesens,
in Myriaden von glitzernden,
glühenden Splittern,
zu einem neuen Etwas,
einer Schreckensgestalt:
ein feuriger Drache, unsagbar groß,
spitze Hörner,
ein bluttriefendes Maul, schwarze Flammen umzüngeln die Flügel.
Statt der goldenen Blüten, dem Gras - verbrannte Erde,
statt dem mächtigen Baum -
Gold, Überfluss an Schätzen.
Der Kopf neigte sich hinunter zum Schattenwesen,
die Augen prüfend auf es gerichtet,
reizbar glitzernd,
bedrohliche Flammen huschten
über die dunklen Schuppen.
Die Schattengestalt kniete sich nur nieder,
berührte mit der Hand das sterbende Land,
und aus den Fingern,
mit Fäden der Sternennacht,
entstanden goldene, schimmernde Blüten, durchzogen von sattem Schwarz
bis unter die Füße des Drachen.
Der Drache indess neigte den Kopf
vor dem Schatten,
und erneut zersprang die Gestalt, d
das Sternenwesen,
doch nun war sie Stern,
Feuer und Schuppen,
und mitten im Brustkorb der echten Kreatur,
glüht es und pocht - ein goldenes Herz.
Interpretation der Autorin:
Der Text soll auf die Nichtexistenz von Gut und Böse hindeuten sowie auf Akzeptanz und mögliche Liebe einer Person gegenüber, ganz gleich aus welchen Verhältnissen sie kommt und was sie alles erlebt hat. Jeder Mensch hat positive als auch negative Eigenschaften, die alles um einen herum zum blühen oder zum brennen bringen können. Jede Person ist wundervoll und wunderbar, gerade wegen diesem Mix aus Eigenschaften und auch wenn es etwa auch für andere vielleicht nicht so scheint dass man einen guten Umgang pflegt, (Freunde wie der Schatten) wenn man mit sich selbst im Klaren ist, authentisch und im Gleichgewicht ist, kann diese Person auch "böse" sein - für jemand anderen ist sie es nicht. Wirkung und Sein ist nicht dasselbe.
Der Schatten bietet dem Sternenwesen die Freundschaft an, obwohl sie so offensichtlich unterschiedlich sind. Der Bodhi-Baum gilt dabei als Zeichen des Friedens. Der Stern will den Schatten zeigen, dass er nicht so wunderbar und schön ist wie der Schatten glaubt, sondern auch aus negativem besteht, die vorherrschenden Eigenschaften eines Drachen: Blutlust, Aggressivität, Gier, Zorn, Stolz, Eitelkeit, Boshaftigkeit. Er verbrennt alles um sich herum, tut anderen möglicherweise weh und begräbt die Blumen unter Gold - er zeigt Egoismus, stellt materielle Dinge über schöne Dinge. Er stellt den Schatten auch auf die Probe: schau mich an, du kannst so was nicht wirklich mögen wollen. Doch der Schatten sieht nicht nur den Drachen und legt eine Spur aus Blüten zu ihm, wiederhergestellt aus den guten Seiten des Drachen und den positiven Gefühlen dem Drachen gegenüber die der Schatten hat, auch wenn er selbst nicht die beste Person ist. Der Drache zeigt sich nun in seiner wahren Gestalt, einer Person die er wirklich ist, postive und negative Erfahrungen und Eigenschaften miteinander vereeint ergeben einen Menschen mit einem goldenen Herzen, Personen, das entstanden ist aus beiden Seiten.
Jede Person ist ein Ergebnis vieler Faktoren. Das macht sie nicht gut oder böse. Sie kann trotzdem wunderbar sein und alles wert sein. Jeder Mensch kann sich immer ändern, sich ändern lassen zu etwas schönem, geliebt und gemocht werden.
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